[Rezension] Wo die ungesagten Worte bleiben – von Marie Jansen

0
28
views

Inhalt:
Sabine ist eine erfolgreiche Architektin mit einem Flair zu alten Häusern und Renovationen. Als Frau in einer Männerdomäne und allgemein als Single in der Grossstadt Berlin gibt es so einiges, mit dem sie zu kämpfen hat. Von ihrem fiesen Kollegen bekommt sie einen Fall zugeschoben, der sie monatelang irgendwo ins nirgendwo der Bretagne führen wird. Dass sie dabei nicht so leicht um die gewünschte Beförderung kämpfen kann ist noch ihr kleinstes Problem, denn nicht einmal eine richtige Strasse gibt es, die zu besagtem Objekt führt. Vor vielen Jahren, zu Zeiten des Krieges verliebte sich genau in diesem Dorf eine junge Französin in den Sohn des deutschen Kommandanten. Das alleine wäre schon eine explosive Mischung gewesen, doch zusätzlich scheint Rudolf in düstere Machenschaften verstrickt und es wirkt, als gäbe es keine Zukunft für Audrey und ihn. Jahre später kommt Sabine an den selben Ort und stösst auf unheimliche und geheimnisvolle Spuren.

Meine Meinung:
Ich habe von der Autorin bereits ihre erste Familiensaga ‚Als wir Schwestern waren‘ gelesen. Erst bin ich nicht draufgekommen, dass es sich hier um dieselbe Schreiberin handelt, doch die Covergestaltung kam mir irgendwie bekannt vor. Und wieder entführt sie uns nach Frankreich, wieder verschmelzen mehrere Generationen miteinander und Gegenwart und Vergangenheit sind untrennbar miteinander verknüpft. Ich hatte erst 40 Seiten gelesen, da wusste ich bereits, dass dieses Buch definitiv das ist, was ich erwartet hatte. Nachdem ich viel Chicklit und ähnliches gelesen hatte, war ich wirklich auf der Suche nach etwas mit mehr Tiefgang und bin hier auch prompt fündig geworden. Die Charaktere werden sehr schnell lebendig und die Schauplatzbeschreibungen sind dermassen detailgetreu, dass man sich fühlt, als wäre man dort gewesen, mit der Protagonistin zusammen. Normalerweise bin ich gar keine Sympathisantin von Frankreich-Geschichten, irgendwie kann ich mit dem Land einfach nicht wirklich etwas anfangen. Doch die Autorin schafft es wirklich, mich für dieses Land zu gewinnen und zu begeistern. Auch die Perspektivenwechsel und Zeitensprünge sind sehr geschickt eingebaut, sodass man schnell merkt, dass hier eine sehr talentierte Schreiberin am Werk war. Mir war Sabine von Anfang an sympathisch, es gelang mir jedoch nicht zu hundert Prozent, mich mit ihr zu identifizieren, nachdem sie doch einiges älter ist als ich und sich mit Problemen herumschlägt, von denen ich nicht so viel Ahnung habe. Dennoch ist sie eine spannende Figur, mit der man gerne durch diese Geschichte reist.

Meine Empfehlung:
Wer historische Romane gepaart mit spannenden Familiengeschichten gerne mag, der ist mit diesem Buch sicher richtig. Die Zeit rund um die Weltkriege bietet dermassen viel Potenzial, dass auch Leser, die diese Zeit spannend finden, ganz und gar auf ihre Kosten kommen. Das Buch ist eines, das man nicht nebenher lesen sollte, sondern das es verdient hat, dass man sich voll und ganz darauf einlässt und ihm seine Aufmerksamkeit schenkt.

Mein Highlight:
Das ist das alte Chateau und die Funde, die Sabine dort macht. Mehr Geheimnisse braucht ein Buch gar nicht, um richtig viel Potenzial zu einer spannenden Geschichte zu entfalten. Die Beschreibungen haben mich gefesselt und in mir den Wunsch geweckt, selbst ebenfalls dorthin zu reisen.

Das Cover:
Das Cover hätte meiner Meinung nach ein Bild des alten Chateaus gut vertragen können, doch die Idee der Gestaltung ist ebenfalls gut und ausserdem sehr schön umgesetzt. An der Titelschrift und der Farbe erkennt man wieder, dass die Autorin bereits ein anderes Buch im selben Verlag veröffentlicht hat. Das finde ich sehr gut, da ich auch im Buchhandel aus diesem Grund danach gegriffen hätte.

Was passiert jetzt mit meinem Buch?
Das Buch ist definitiv etwas für meine Mama, der ich das Buch als nächstes ausleihen werde, bevor ich es schön im Regal horten werde wie alle Bücher, die solche Schätze zwischen ihren Buchdeckeln verbergen. Ich kann mich einfach schlecht von so schönen Geschichten trennen, wer weiss warum!

Die Autorin:
Die Autorin schreibt unter einem Pseudonym. Sie hat zuvor exotische Sagas veröffentlicht und wollte sich nun dem Genre der Familiengeheimnisse widmen. Ich wüsste zu gerne, wer wirklich dahinter steckt, da ihr Schreibstil einfach sehr angenehm und fesselnd ist. Sie lebt mit ihrer Familie und ihren Pferden in Norddeutschland, was sie für mich doppelt sympathisch macht (die Tiere natürlich, der Ort ist mir egal).

Links:
Hier könnt ihr das Buch bestellen.
Hier kommt ihr zum blanvalet-Verlag, der das Buch herausgegeben hat. 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here