[Rezension] Das Papiermädchen – von Guillaume Musso

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Inhalt:
Ein Autor, von dem sich seine Freundin getrennt hat, versucht gar nicht erst, ein neues Leben ohne sie anzufangen. Er arbeitet nicht mehr und ist abhängig von diversen Tabletten, die er in solchem Masse konsumiert, dass es immer kurz vor knapp tödlich ist. Sein bester Freund und Agent überrascht ihn zudem mit der Mitteilung, dass er sein gesamtes Vermögen verspielt hat. Als dann eines Abends plötzlich eine splitternackte Frau bei ihm auftaucht, und behauptet, ein Charakter aus seinem Buch zu sein, ist das zu viel für Tom. Er will abhauen, doch das misslingt gründlich. Nicht nur sein Agent drängt ihn dazu, stattdessen Band Nummer drei seines wichtigsten Bucherfolges zu schreiben, auch Billie, die Protagonistin seines Buches droht, ausserhalb ihrer Welt zu sterben, wenn er nicht endlich in die Gänge kommt.

Meine Meinung:
Ich habe eine ganz besondere Beziehung zu Guillaume Musso. Niemals wäre ich von selbst auf die Idee gekommen, ein Buch von ihm zu kaufen oder zu lesen. Als ich einmal mehr mit meinen Büchergutscheinen von Weihnachten überfordert im Laden stand, eilte mein Schatz mir zu Hilfe und brachte vom anderen Ende der Buchhandlung ein Buch von Musso. Ich war so unglaublich skeptisch – lese ich doch wirklich ganz andere Sachen. Doch ihm zuliebe kaufte und las ich genau dieses Buch. Und was soll ich sagen, ich war unglaublich gefesselt und begeistert. Und das hat mich auch dazu bewogen, nun fast zwei oder drei Jahre später noch einmal ein Buch von ihm zu bestellen und zu lesen. Was soll ich sagen – auch diesmal hat mich das Buch auf voller Linie belohnt, dafür dass ich mich wieder dazu entschieden habe. Der Schreibstil ist fesselnd, es gibt eine Ich-Perspektive und einige Nebenstränge, die alle aber sinnvoll eingesetzt sind und gut miteinander verknüpft. Die Geschichte entwickelt sich rasant und nimmt den Leser von den ersten Seiten an mit auf eine schöne Reise. Einige Abenteuer unterwegs sind richtig gewollt und kommen dennoch gut zusammen. Es ist leicht, Sympathie für die einzelnen Charaktere zu entwickeln, auch wenn diese unperfekt sind. Sie sind so unperfekt, dass man sie einfach gern haben muss. Jeder von ihnen macht eine enorme Entwicklung durch – etwas was ich an einem Buch sehr schätze. Dass ein Autor die Hauptperson ist in diesem Buch macht zusätzlich Freude beim Lesen.


Meine Empfehlung:
Wer schon einmal ein Musso-Buch gelesen hat, wird daran richtig viel Freude haben. Sein Stil überzeugt wie immer und die Geschichte unterhält, regt aber auch zum Nachdenken an und hat einen gewissen, melancholischen Unterton, der einfach dazu gehört. Wer Musso noch nicht kennt, aber zu Abenteuern, Liebesgeschichten und einer Prise Fantasy nicht nein sagen kann, der sollte diesen wundervollen Autor ausprobieren. Er ist gleichermassen für Frauen und Männer, leichte Lektüre sucht man aber vergeblich hier.


Mein Highlight:
Persönlich war es für mich einfach besonders schön, dass ein Autor die Hauptperson war. Ich schreibe selbst gerne und ich kenne ein wenig die Sorgen und Probleme, die ihn umtreiben. In seinen Kopf hineinblicken zu können und besonders der Fakt, dass er einer seiner Buchfiguren begegnen darf, das ist besonders schön und gleichzeitig creepy. Für mich hat es diese Geschichte besonders cool gemacht.


Was passiert jetzt mit meinem Exemplar?
Ich werde dieses Buch auf jeden Fall behalten. Es sieht nicht so besonders aus und passt auch nicht unbedingt zu meinen restlichen Büchern, aber sein Inhalt ist für mich in diesem Fall ein wertvoller Schatz, etwas, das ich wirklich nicht missen möchte. Ich würde es auch gerne weiterempfehlen und zwar besonders an meine Schwägerin, die einfach solche Geschichten zu schätzen weiss.


Das Cover:
Ich finde dieses Cover eines der Schöneren von Musso. Grundsätzlich sprechen sie mich nicht wirklich an, weil sie sehr schlicht sind und irgendwie melancholisch. Aber genau so passen sie auch zum Inhalt des Buches und ich finde die wehenden Haare der Frau irgendwie schön – sie wecken Sehnsüchte im Betrachter. Das Grau dazu finde ich fast ein wenig zu trüb. Dennoch habe ich dieses Buch nicht unbedingt nach seinem Äusseren beurteilt, sondern nach dem Autor und dem Klappentext – ausnahmsweise. Normalerweise bin ich ja eher die Coverkäuferin.


Der Autor:
Mit 15 Jahren gewann Musso in der Schule einen Kurzgeschichten-Wettbewerb und wollte fortan mit dem Schreiben seinen Lebensunterhalt verdienen. Es war ihm immer darum getan, als Künstler nicht die Bodenständigkeit zu verlieren, weshalb er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit bis 2008 als Lehrer arbeitete.

Der Durchbruch als Autor gelang Musso mit seinem Roman „Et après“, der 2004 unter dem Titel „Ein Engel im Winter“ auf Deutsch erschien. Die Idee zum Buch kam ihm, nachdem er selbst einen schweren Autounfall überlebt hatte. Das Buch führte wochenlang die französischen Bestsellerlisten an, wurde weltweit übersetzt und mit John Malkovich in der Hauptrolle verfilmt. Es folgten weitere Bücher, mit denen Musso sich eine immer größer werdende Fangemeinde eroberte, „Eine himmlische Begegnung“, „Wirst du da sein?“, „Weil ich dich liebe“, „Lass mich niemals gehen“ und zuletzt die noch nicht übersetzten Romane „Que serais-je sans toi?“ und „La fille de papier“.

Links:
Hier könnt ihr das Buch bestellen.
Hier kommt ihr zum Piper-Verlag, der das Buch herausgegeben hat. 

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