Mein erster Besuch auf der Messe in Frankfurt

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Seit Jahren schon war es mein Wunsch, in Frankfurt die Buchmesse zu besuchen. Immerhin führe ich seit 2014 einen Buchblog und habe nun mit scriptorium den Traum eines eigenen Buchmagazins erfüllen können. Besonders die eigene Marke und natürlich auch die eigene URL waren mir immer ein grosses Anliegen. Kein Wunder also, dass ich nun dieses Jahr auf keinen Fall auf die Messe verzichten konnte, denn ich finde, dass es zu einem Buchmenschen einfach dazugehört, solche Messen zu besuchen. Als Schweizerin gab es immer extra viele Gründe, die dagegen gesprochen haben. Sicher ein sehr elementarer Grund war auch, dass der Weg ziemlich weit ist. Dennoch habe ich immer vergeblich nach ähnlichen Veranstaltungen in der Schweiz gesucht, bei denen ich auch die Möglichkeit hätte, Leute wie mich zu treffen und vor allem die Verlage, die mir am Herzen liegen. Nun, schlussendlich sollte es dieses Jahr endlich klappen. Im letzten Moment hätte mir beinahe meine Schwangerschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn ich wurde dazu verdonnert, kürzer zu treten und weniger zu arbeiten, sodass der Messebesuch in Gefahr war. Zwei Tage zuvor musste ich noch einmal zum Check und bekam dann endlich grünes Licht.

Die Anfahrt begannen wir am Freitag ziemlich früh und sie war nicht halb so anstrengend wie erwartet. Wie kamen verkehrstechnisch super durch und nachdem wir um halb 7 losgefahren waren, trafen wir schon um viertel nach 10 beim Hotel ein. Gereist bin ich übrigens mit meinem Mann und einem Pärchen, das mit uns im selben Haus wohnt. Steffi ist ebenfalls Bloggerin und ihr Schatz unterstützt sie dabei. Bis im vergangenen Jahr war sie zudem bei einer grossen Buchhandlung angestellt und ein ebenso grosser Bücherfreak wie ich. Aus diesem Grund war es leicht, sie zu überzeugen, mit uns zur Messe zu fahren.

 

Das Hotel gebucht hatten wir schon im letzten Dezember über meine Schwester, die im Reisebüro arbeitet. Wir hatten zwei Zimmer im Mercury in Neu Isenburg, etwas ausserhalb von Frankfurt. Laut Strassenkarte etwa zwanzig Minuten zur Messe, was für uns kein Problem darstellte, da wir ja mobil waren – dachten wir. In Frankfurt zu navigieren ist allerdings alles andere als einfach. Das Hotel war noch leicht zu finden und gut gelegen, auch in der Nähe von diversen kleinen Restaurants. Nun, die Zimmer waren ebenfalls sehr schön und das Frühstücksbuffet sehr reichhaltig, lecker und liebevoll aufgebaut. Dennoch waren wir nicht ganz überzeugt vom Hotel. Das Personal war alles andere als hilfreich, wir hatten eine Umweltplakette dorthin bestellt und niemand wusste, wo diese abgeblieben war. Dann baten wir um einen Stadtplan – welches Hotel hat keinen? Auch hier bekamen wir keine Hilfe. Dann waren unsere Zimmerkarten nur für einen anstatt zwei Tage freigeschaltet. Bei der Nachfrage hiess es, dass alles in Ordnung sei damit, am Samstagabend standen wir dennoch vor verschlossenen Türen. Alles in allem waren die Reaktionen auf unsere Anfragen jeweils sehr unprofessionell, aber schlussendlich haben wir nicht allzu viel Zeit im Hotel verbracht.

 

Schon den Freitag nutzten wir dann ab dem späteren Vormittag für einen ersten Rundgang durch Halle 3 der Messe. Geparkt hatten wir im Parkhaus Rebstock, von wo aus wir mit dem Shuttle super hin zur Messe kamen – es ist wirklich alles idiotensicher erklärt und signalisiert, sodass man schnell ans Ziel kommt. Fündig wurden wir auch noch erstaunlich schnell, nachdem wir zwei Verantwortliche an der Messe gefragt hatten. Einer davon konnte uns gar keine Auskunft geben, der andere war dafür umso hilfreicher. Nun, direkt an Halle 3 anzukommen war natürlich das Beste und wir hatten uns daran gehalten, wenig Gepäck mitzunehmen, um die Eintrittskontrollen möglichst schnell absolvieren zu können. Das hatte dann auch tatsächlich geklappt.

 

Wir empfanden die Menge der Leute bereits am Freitag als relativ gross, wenn man sich auch ganz gut zwischen den einzelnen Stränden bewegen konnte. Dennoch waren auch die Veranstaltungen schon recht voll. Wir hatten aber eigentlich nur einen Fixpunkt und das war die Spielpräsentation von ‚Safehouse‘, die Sebastian Fitzek auf der Open Stage abgehalten hat. Da warteten wir bereits während der vorhergehenden Veranstaltung, doch anscheinend hatten dies eine Menge anderer Leute auch getan, sodass trotzdem kein Sitzplatz frei wurde. Wir bekamen dann einen ganz tollen Stehplatz, aber ich muss sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon recht kaputt war und ein wenig erstaunt, dass niemand, wirklich niemand gefragt hat, ob ich mich setzen möchte. Ich bin sonst nicht so und auch überhaupt nicht heikel aber ich wurde zum Beispiel so erzogen, dass ich im Bus für ältere Menschen und Schwangere aufstehe, ja sogar für kleine Kinder bei denen ich das Gefühl bekomme, sie sind müde und würden sich gerne setzen oder für Mamis, die einfach nicht mehr das Kind ständig tragen können. Nun, seis wies ist, die Präsentation war mega cool und ich bin ja eigentlich gar kein Fitzek-Fan, aber der Typ war mir auf Anhieb sympathisch, wirklich. Das Spiel, so waren uns Steffi und ich einig, würde sowieso in unserer Sammlung landen, weil es wirklich spannend geklungen hat.

 

Ansonsten passierte bei uns am Freitag nicht mehr viel, ausser dass wir Pläne schmiedeten, wie wir den Samstag am Besten verbringen konnten und versuchten, einige Veranstaltungen unter einen Hut zu bringen. Bei der unglaublichen Flut an Angeboten muss ich sagen, dass es mir nicht leicht gefallen ist, mich zu entscheiden. Schlussendlich überliess ich (obwohl ich die Buchbloggerin bin) meinen Freunden die Auswahl, weil für mich die Messe selbst schon anstrengend genug war und ich einfach keine Lust auf die unglaublichen Besucherschlangen hatte. Im nächsten Jahr werde ich mich da auf jeden Fall reinstürzen, falls ich wieder nach Frankfurt fahre. In der 30. Schwangerschaftswoche hat man einfach eine andere Sichtweise auf solche Sachen wie stundenlanges Anstehen für eine Unterschrift und ein Foto.

 

Am Freitag schafften wir es, einmal die gesamte Halle drei zu umrunden und jeden Stand zumindest mal anzuschauen. Ein besonderes Highlight war da für mich der Sternensandverlag, der einfach eine Menge toller Bücher aus der Schweiz mitgebracht hat. Ich verfolge da Corinne Spörri auf Facebook sehr aufmerksam, da ich ihre Posts einfach unglaublich authentisch finde. Die Inhaberin des Verlags steckt so viel Hezrblut in dieses Projekt. Ich bin nicht dazu gekommen, mit ihr zu sprechen (habe ich schon mal erwähnt, dass ich gar nicht so gern andere Leute anquatsche?), dafür habe ich Fanny Bechert getroffen, die meinem Mann und mir auf Anhieb sympathisch war. Sie hat uns gleich eine Leseprobe und das Verlagsprogramm mitgegeben. Beides habe ich am selben Abend im Bett noch studiert und mich dann auch entschieden, zwei Bücher zu kaufen.

 

Am Freitagabend wollten wir zuerst Tapas essen gehen, direkt gegenüber von unserem Hotel. Die kleine Bar war aber komplett ausgebucht, weshalb wir uns entschieden einen Burger essen zu gehen. Wir fanden etwas versteckt ein wirklich tolles Restaurant. Dort hatte ich dann einen Shrimp-Buger, etwas vom Coolsten, was ich je gegessen habe. Tatsächlich waren wir aber danach so todmüde, dass bei uns nicht mehr viel passierte, sondern wir alle todmüde ins Bett fielen.

 

Am Samstag kaufte ich dann schnell die beiden Sternensandbücher, von denen ich mir eines auch von Fanny Bechert direkt unterschreiben lassen konnte. Ich hatte mich übrigens nach langem Hin- und Her dagegen entschieden, auch ein Buch vom Drachenmondverlag zu kaufen. Warum? Ich kann es nicht genau sagen. Ich habe das Programm mehrere Male von hinten nach vorne durchgeblättert und wieder zurück. Es gab einige Bücher, die mich angesprochen hätten und die Cover finde ich sowieso alle wunderschön. Doch schlussendlich bin ich grad bei Fantasy enorm heikel und habe deswegen die Finger davon gelassen. Langsam klingt für mich das ganze Zeug sowieso sehr ähnlich und ich weiss nicht, ob es überhaupt noch neue Geschichten auf dem Markt gibt, oder ob doch alles inzwischen die gleichen Plots sind. Irgendwann werde ich aber auf jeden Fall noch aus diesem Verlag lesen und mir ein Buch oder mehrere gönnen.

 

Ansonsten war es am Samstag ja noch nicht möglich, Bücher einzukaufen, was aber nicht weiter tragisch war. Den Morgen haben wir noch damit verbracht, ein wenig zu shoppen in der Stadt und unsere Wintergarderobe zu vervollständigen. Danach haben wir das Obergeschoss von Halle 3 unter die Lupe genommen. Für Reisebloggerin Steffi war es besonders die Abteilung mit den Reiseführern, für meinen Schatz, der so gerne kocht war es diese Abteilung, mit den Kochbüchern und den Show-Köchen, die ihn besonders angezogen hat. Wir probierten sogar an einigen Ständen und kauften auch da ein. Danach wollten unsere Jungs unbedingt von Ralf Ruthe, dem Zeichner, ein Autogramm ergattern. Sie mussten verhältnismässig nicht allzu lange anstehen und haben beide eine total süsse Zeichnung zu ihrer Unterschrift bekommen. Ansonsten war es besonders in Halle drei einfach abartig überfüllt, sodass man kaum mehr voran kam. Viele Leute bleiben mitten in den Gängen stehen und Sitzgelegenheiten gibt es echt wenige. Dann kommen die Leute mit Kinderwagen dazu und vorbei ist es mit gemütlichem Bummeln. Das war gerade für mich in meinem Zustand echt schwierig, aber ich habe dann beim Loewe-Verlag eine gute Sitzgelegenheit gefunden, um ein wenig zu lesen und auf unsere Jungs zu warten.

 

An diesem Abend gab es dann die langersehnten Tapas und es war richtig lecker, wir schlugen herzhaft zu und konnten unsere müden Beine dabei perfekt ausruhen. Die Bar war zum Glück direkt gegenüber vom Hotel, denn auch an diesem Tag wollten wir nicht mehr allzu weit. Wir hatten übrigens an allen drei Tagen Mühe, durch Frankfurt zu navigieren. Besonders am Freitag Abend war es richtig schlimm, aber auch am Samstag kamen wir nicht auf Anhieb zurecht und hatten sogar an der Messe den falschen Shuttle, sodass wir bei Halle 10 landeten und von da einen anderen Bus nehmen mussten. Verfahren haben wir uns selbst immer wieder, ich persönlich gehe auf jeden Fall nicht mehr ohne Navi da hin.

 

Am Sonntag hatten wir dann klare Pläne: Steffi wollte ein Fitzek-Autogramm (er wurde im Programm als ‚die längste Warteschlange der Messe‘ angekündigt) und mein Schatz und ich wollten nun noch die restlichen Bücher kaufen, die wir ins Auge gefasst hatten. Übrigens dachte ich niemals, dass es so ausgehen würde: Er hat vier Bücher gekauft und ich gleichviel. Nun gut, ich finde es nicht tragisch, wenn er mein Hobby zumindest teilweise mitlebt und ich konnte mich erst lange nicht entscheiden, habe dann aber die beiden Bücher noch gekauft, die ich am Freitag mit dem Handy fotografiert hatte. Es gab noch einige andere Titel, die ich im Blick hatte, aber ich war mir auch nie sicher, weil es sich um gehypte Bücher handelte und ich da oftmals ein wenig skeptisch bin. Ausserdem kann man die Bücher ja auch noch kaufen und ich habe keines davon signieren lassen. Nun, meine Wunschliste ist auf jeden Fall stark angewachsen.

Wir stoppten dann noch auf der Autobahnraststätte für ein Mittagessen und danach war dieses wunderschöne Messewochenende auch schon wieder vorbei. Aber es bestehen keine Zweifel: Wir kommen wieder!

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