[Gastrezension] Nicht mein Märchen – von E.M. Tippetts

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Rezension zu „Nicht mein Märchen“ von E.M. Tippetts

geschrieben von Kerstin | Archive of Longings (archive-of-longings.blogspot.de)

Daten zum Buch:
eBook | 351 Seiten | B009D35AO6 | 14. Dezember 2013
Originaltitel: Someone Else’s Fairytale
übersetzt von Michael Drecker

Reihenfolge:
Nicht mein Märchen
Prinzessin in Not
Jagd nach dem großen bösen Wolf
Das tapfere Schwesterlein

Inhalt: (Amazon.de)
Stellt euch vor, Robert Pattinson taucht an eurer Haustür auf und will euch mit Eiscreme füttern, aber ihr hattet nie Interesse daran, die Twilight-Filme zu sehen. Eure Mitbewohnerin und jede andere Frau in der Nachbarschaft werden fast ohnmächtig, aber irgendwie fühlt ihr euch zu dem Typen einfach nicht hingezogen.
So ähnlich ergeht es auch Chloe Winters. Gezeichnet von einer schweren Kindheit war sie gezwungen ihr Leben sehr pragmatisch anzugehen, sie schlägt sich als Studentin in Albuquerque durch und gehört nicht zu den Leuten, die an Märchen glauben.
Eines Tages aber kommt Hollywood-Superstar Jason Vanderholt zurück in seine Heimatstadt Albuquerque um dort einen Film zu drehen. Er entschließt sich, bei den Statisten vorbeizuschauen, zu denen auch Chloe gehört. Die sieht in dem Schauspieler, der bei jeder anderen Frau die Knie weich werden lässt, aber nicht gerade ihren Traummann. Sie nimmt nur einen Typen mit einem seltsamen Job und eigener Entourage wahr, der sie zweifellos in fünf Minuten wieder vergessen haben wird.
Aber Jason sieht in ihr mehr als nur ein weiteres hübsches Gesicht. Chloe kommt ihm bekannt vor und er hat eine Menge Fragen an sie, die sie lieber nicht beantworten möchte. Diese ganze Geschichte ist einfach nicht ihr Märchen.

Die Autorin: (Amazon.de)
Emily Mah Tippetts schreibt Liebesromane als E.M. Tippetts und Science Fiction und Fantasy als Emily Mah. Sie ist ehemalige Anwältin mit Universitäts-Abschlüssen in Philosophie, Politik und Wirtschaft an der Oxford University und einem Abschluss in Wirtschaftsrecht an der University of California, Los Angeles. Ursprünglich aus New Mexiko, lebt sie mittlerweile mit ihrer Familie in London. Sie ist hingebungsvolles Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und bindet deshalb oft mormonische Charaktere in ihre Geschichten ein. Wenn sie nicht gerade schreibt oder ihren kleinen Kindern hinterher jagt, designt sie handgemachten Schmuck für Etsy. Für mehr Informationen oder um mehr über Updates und zukünftige Buchveröffentlichungen zu erfahren, besuchen Sie sie gerne unter www.emtippetts.com und www.emilymah.com .

Aufbau:
34 Kapitel
Anmerkungen der Autorin
Danksagung

Meinung:
„Nicht mein Märchen“ ist eine angenehme, locker-leichte Lektüre. Am Anfang hatte ich ein paar Probleme mit dem Schreibstil, da mir die Dialoge ein wenig hölzern vorkamen, doch nach einer Weile hatte ich mich daran gewöhnt und die Geschichte konnte mich durchaus fesseln.
Die Protagonistin, Chloe, war mir sympathisch. Ihre Kindheit und Jugend waren alles andere als einfach, sie hat sich aber durchgeboxt und ist gestärkt daraus hervorgegangen, auch wenn die Ereignisse sie natürlich geprägt haben. Zudem weiß sie genau, was sie will und dazu gehört, dass sie nicht die Freundin eines Schauspielers sein möchte, dem alle Frauen hinterherlaufen und der von der Presse verfolgt wird. Das ist, wie schon der Titel sagt, nicht ihr Märchen, nicht ihre Vorstellung des großen Glücks. Die Autorin hat die Schattenseiten von Jasons Ruhm sehr gut herausgearbeitet – die kreischenden Fans, die Eingriffe in die Privatsphäre, das große Interesse der Medien und der Öffentlichkeit. Gleichzeitig macht sie aber auch klar, dass Jason ein toller Mann ist, der Chloe wirklich gerne hat und der bereit ist, alles zu tun, um sie glücklich zu machen. Er hatte ein paar Macken und ist keineswegs perfekt, dennoch mochte ich ihn gerne und es war schön, dass er bereit war, sich mit Freundschaft zufrieden zu geben und sich, was die Entwicklung einer Beziehung betraf, ganz nach Chloes Wünschen gerichtet hat.
Die Entwicklung der Romanze fand ich im Großen und Ganzen realistisch, allerdings kann man kritisieren, wie schnell sich die Gefühle der Protagonistin geändert haben – auch wenn sich dies damit erklären lässt, dass sie Jason als echte Person kennen gelernt, ihn dann vermisst hat und ihr somit bewusst wurde, was sie an ihm hat, wäre es schön gewesen, wenn dieser Gefühlszustand ausführlicher dargestellt worden wäre. So kam es nach ihren vorherigen Beteuerungen, dass er nur ein Freund sei, etwas plötzlich. Davon abgesehen hat die Autorin allerdings gut gezeigt, wie die beiden sich nähergekommen sind und auch, dass sie als Paar trotz aller scheinbar offensichtlichen Differenzen gut zusammenpassen.
Die Nebencharaktere waren ebenfalls gut ausgearbeitet und dadurch, dass bei ihnen auch einiges passierte, wirkte die Geschichte runder und mehr aus dem Leben gegriffen. Es gab ein paar Handlungsstränge, beispielsweise den um Chloes Bruder beziehungsweise allgemein ihre Familie väterlicherseits, die mir fast schon zu kurz abgehandelt wurden, doch da es sich bei „Nicht mein Märchen“ um den ersten Band einer Reihe um die Protagonisten handelt, vermute ich, dass dieser Aspekt später noch einmal aufgegriffen werden wird. Wieder andere Entwicklungen (ich denke hier an das Verhalten von Chloes besten Freund) fand ich für den Gesamtzusammenhang der Handlung nicht besonders wichtig; davon abgesehen ist „Nicht mein Märchen“ eine nette, kurzweilige Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Abgesehen davon, dass Chloe zunächst nichts mit einem Prominenten anfangen möchte, ist es in vielerlei Hinsicht eine typische ‚reicher Mann trifft normales Mädchen‘-Liebesgeschichte, aber sie war schön und ich mochte, wie mit Jasons Ruhm und den Auswirkungen auf eine Romanze umgegangen wurde.

3,5/5 Sternen

Hier könnt ihr das Buch bestellen.

 

Mein Name ist Kerstin Huber, ich bin 23 Jahre alt und im Masterstudiengang für Geschichte, was neben Lesen meine große Leidenschaft ist. Ich finde es unglaublich interessant, mich mit der Vergangenheit zu befassen und mehr über sie zu erfahren, weshalb ich auch historische Romane mag. Ich habe jedoch kein Lieblingsgenre an sich, abgesehen von Horror lese ich alles, was ich in die Finger bekomme. Ein weiteres Hobby sind Fernsehserien; ich bezeichne mich gerne als Serienjunkie, da ich viel zu viele verfolge und gerne auf Tumblr darüber diskutiere. Ich hatte auch schon immer viel Spaß daran, Listen über die Neuzugänge oder die Lesestatistik zu führen. Seit November 2015 betreibe ich gemeinsam mit einer Freundin unseren Blog; wir posten dort Rezensionen, sowohl jeder für sich als auch unregelmäßig gemeinsame, und nehmen an Aktionen teil.
Link zu unserem Blog: archive-of-longings.blogspot.de

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